Sieg

– Ein Gedicht von Herbert Kaufmann –

 

Wie oft schon hörte ich dich sagen,

du würdest große Dinge wagen.

 

Wann wohl, glaubst du, kommt der Tag,

da endet alle Müh` und Plag`,

da du zu großen Taten schreitest

und da du selbst dein Schicksal leitest?

 

Und wieder ging ein Jahr vorbei,

doch nie warst du, mein Freund, dabei,

wenn´s galt, nun endlich zuzugreifen,

damit auch deine Früchte reifen!

 

Woran es liegt? Erklär es nur!

Du hattest Pech? Ach, keine Spur!

 

Wie immer, einzig und allein

lag´s nur an dir, an dir allein.

Schau auf deine Hände bloß:

Sie liegen still in deinem Schoß,

statt endlich, endlich doch zu handeln

und alles in dir umzuwandeln.

 

Herbert Kaufmann