Das Schachbrett und das Weizenkorn

Oder, der Erste, der das Geheimnis des Universums, des Baumes und des Lebens überhaupt entschlüsselt hat.

 

Wie kam es zur Legende des Weizenkorns?

 

Der Brahmane Sissa ibn Dahir, der ca. im 3. oder 4. Jhdt. n. Chr. in Indien lebte, wollte mit dem Schachspiel dem despotischen und egoistischen König Sheram auf schonende Art und Weise beibringen, dass der König als wichtigste Figur des Spieles ohne Hilfe seiner Bauern und der anderen Figuren nichts ausrichten konnte.  

Sheram war von dem neuen Spiel begeistert. So versprach er dem Weisen Sissa eine Belohnung, wollte ihm aber gleichzeitig eine Lehre in Bescheidenheit erteilen. Als Belohnung wünschte dich der listige Erfinder lediglich eine „kleine“ Anzahl an Weizenkörnern, und zwar auf dem ersten Feld seines Schachbrettes 1 Weizenkorn, auf dem 2. Feld die doppelte Anzahl des vorangegangenen Feldes, also 2 Weizenkörner, auf dem 3. Feld 4, 8, 16, 32 und so weiter, bis zum 64. Feld. 

 

Der König Sheram lachte und war gleichzeitig erbost über die vermeintliche Bescheidenheit des Brahmanen. Nun begannen die Gelehrten des Königs mit dem Rechnen. Nach mehreren Tagen kamen sie endlich auf das Ergebnis. 

 

Und das Lachen verging König Sheram sehr schnell, denn auf dem 64. Feld würden 18,45 Trillionen Weizenkörner liegen. Die gesamte Erdoberfläche wäre mit fast 1 cm Weizen bedeckt. Die Weizenernte unserer heutigen Erde würde nicht ausreichen, um so viele Körner aufzutreiben. Die gesamte Erdoberfläche (inklusive der Meere) müsste 8x eingesät werden.

 

Scheinbar konnte Sissa aber seine Belohnung niemals abholen, weil man ihn bat, Korn für Korn abzuzählen.